Schule? Absooolutes no go!!!

Rede bei dem SchülerInnenstreik am 12.11.2008 (etwas überarbeitet)

Lieber SchülerInnen und StudentInnen,

Gerade zentrale Fragen wurden in den Beiträgen zuvor leider nicht angesprochen. Wieso überhaupt jeden Morgen das sadomasochistische Ritual des Aufstehens wiederholen? Wieso jeden Tag von Autoritäten über sich herrschen lassen? Wieso Noten?

Für uns ist eine Kritik nicht zu denken ohne eine Negation des Kapitalismus im Allgemeinen. Der Staat als ideeller Gesamtkapitalist ist in dieser Funktion für die Vergesellschaftung des Kapitalismus zuständig und muss in dieser Rolle für die Reproduktion des Kapitalismus sorgen. Die institutionalisierten Formen dieser Reproduktion sind vor allem Kindergärten, Schulen und Universitäten, wo wir Fähigkeiten erlernen, welche wir dann später als Arbeitskraft verkaufen. Der Staat kann somit primär nur an der Verwertbarkeit von Bildung und der Erziehung nach dem Leistungsprinzip interessiert sein.
So sind Forderungen nach geringerer Klassengröße, der Abschaffung von G8 und nach mehr Lehrpersonal lediglich eine unreflektierte Reaktion des Verändernwollens aber nicht Könnens.Im gesamten betrachtet schaffen Reformen nichts Nachhaltiges, sondern lassen nur auf eine stupide Affirmation der herrschenden Verhältnisse schließen.
Auch ist eine kritische Betrachtung der Streikenden unbedingt notwendig. Die Schule als Reflxion der Gesellschaft offenbart gerade Homophobie, Sexismus, Rassismus, Antisemitismus und Nationalismus. Auch heute werden die Verhältnisse wieder mal kräftig personalisiert und ein Argument was Mensch öfter hört ist, dass „ wir ja im internationalen Vergleich schlechter abschneiden.“
Eine emazipierte Bildung muss für uns frei von Verwertungslogik und strukturellem Zwang sein, d.h. Sie ist nicht zu denken ohne die Überwindung der Verhältnisse. Kommunistische Kritik darf deshalb auch keine konstruktive Politik machen, sondern sollte viel eher die Destruktion dieser Gesellschaft versuchen. Unsere Vorstellung von einer emanzipierten Bildung wie auch Gesellschaft ist dabei mit Marx zusammenzufassen: „ Jeder nach seiner Fähigkeit, Jedem nach seinem Bedürfnis.“

Deshalb:

Gegen Schule
Für den Communismus!

Keine Träne für Dresden- Fluten für Dresden!

Dieses Jahr maschierten am 16. Februar rund 7000 Neonazis unter dem Motto(…) durch Dresden. Dieser größte Neonaziaufmarsch Europas wurde durch die Gegenaktivitäten von nur 1200 Menschen aus dem Antifa-spektrum begleitet. Der Aufmarsch konnte nicht Ansatzweise verhindert werden und einziger kleiner Erfolg blieb, dass die Neonazis nicht wie im letzten Jahr an der Synagoge vorbeimaschieren konnten, da dort die Anfangs verbotene Antifademo endete.
An diesem Tag ging es für die Nazis darum das Bombardement vom 13. Februar 1945 als Bombenholocaust zu skandalisieren und somit Geschichtsrevisionismus und -Relativierung vom feinsten zu betreiben, sprich die deutschen Täter mit deren Opfern gleichzusetzen.
Dies ist jedoch in Dresden, aber auch im restlichen Deutschland kein Monopol einer wie auch immer ausgerichteten Neonaziszene, sondern bietet auch Anknüpfungspunkte zum bürgerlichen Diskurs über Dresden. Zu erkennen war dies bei der bürgerlichen Gegendemonstration, bei der es eher gegen eine von den Bürgern befürchtete Vereinnahmung der Erinnerung durch Neonazis ging, denn um Kritik am Dresdner Opfermythos und der deutschen Erinnerungskultur im Ganzen. So wird auch von diesen die Lüge von den Tieffliegern aufrecht erhalten und vom unsäglichen Leid der Dresdner gesprochen, welches die Alliierten Bomberverbände über die unschuldige Zivilbevölkerung brachten.

Der Krieg der Anti-Hitler Koalition hatte sich jedoch Notwendigerweise nicht nur gegen Hitler und die Eliten des Nationalsozialismus zu richten, sondern musste gerade gegen die deutsche Volksgemeinschaft geführt werden, deren konstitutiver Moment der Antisemitismus war . Der deutsche Mob brachte zum ersten Mal in der Geschichte eben diese Ideologie, auf die ihr immanente logische Konsequenz, sprich die beinahe Ausrottung des europäischen Judentums . Selbst den Untergang vor Augen dachten die Deutschen nicht an Widerstand gegen ihre Befehlsgeber, sondern kämpften weiter an der Heimatfront, als Flakhelfer oder im Volkssturm. Die wesentliche Charakteristik dieser Volksgemeinschaft war wie Adorno es ausdrückte „die Pseudomorphose der klassenlose an die Klasssengesellschaft“ oder mit anderen Worten das verschmelzen von Mob und Elite zu einer Volksfront gegen die Juden. Eben diese Volksgemeinschaft fing in ihrer Raserei den Vernichtungskrieg an, d.h. bombardierte Städte, vernichtete an der Ostfront ganze Dörfer samt Zivilbevölkerung und richtete Fabriken zur Vernichtung des Judentums ein. Sir Arthur Harris formulierte es damals so: „ Sie wollten den totalen Krieg und wir haben ihnen gegeben worum sie gebettelt haben.“

Der Angriff auf Dresden war vielleicht für den Krieg nicht mehr entscheidend, jedoch verhinderte er erstens durch die Zerstörung der Gleisanlagen zwei Deportationszüge und Nachschub für die Ostfront und zweitens verhalf er in dieser Nacht Zwangsarbeitern zur Flucht aus den Lagern in der Dresdner Innenstadt. Eine Dresdner Jüdin die am 16. Februar nach Theresienstadt deportiert werden sollte formulierte es treffend: „Lieber eine Bombe auf den Kopf als nach Auschwitz“.Die sich in dieser auswegslosen Situation befindlichen Mensch, welche als Volksfeinde deklariert dem deutschen Vernichtungswahn schutzlos ausgeliefert waren, wollten lieber durch eine alliierte Fliegerbombe den Tod finden, als in einem Konzentrationslager durch Deutsche.
Kritik sollte des weiteren die Funktion des Opfermythos von Dresden in den Fokus nehmen und diesen nicht nur versuchen zu widerlegen. Denn die derzeitige Erinnerungspolitik der Deutschen im Allgemeinem versucht einen Schlusstrich unter die Geschichte zu ziehen und und die deutsche Geschichte zu relativieren. So setzt die Sudetendeutsche Landsmannschaft, die unter der Schirmherrschaft der CSU steht, immer wieder die Umsiedlung der Deutschen nach dem 2. Weltkrieg mit dem Holocaust gleich oder wollen CDU Politiker am 8.Mai auch den Opfern der Vertreibungen und der Bombardierungen gedenken. In diesem Zusammenhang wird gerade das Verlangen der deutschen nach Normalität deutlich, bei welchem die Vergangenheit den Deutschen zu lästig wird. Und wenn Erinnerung dann muss diese schon als Legitimation für den dritten deutschen Angriffskrieg gegen Serbien dienen, der nicht trotz, sondern gerade wegen Auschwitz geführt wurde, wie es die damalige rot-grüne Regierung auslegte.

Kommunistische Kritik aber, die sich nach dem kategorischen Imperativ Adornos verpflichtet fühlt, „Handeln und Denken so einzurichten, dass Auschwitz nie wieder möglich sei, etwas ähnliches nicht mehr geschehe“, muss sich gegen jegliches deutsches Streben nach Normalität richten, da die Affirmation dieses Zustandes nach der Holocaust ein Hohn gegenüber den Opfern darstellt und nichts weiter bedeutet als ein abschließen mit der Vergangenheit und ein Vorwärts blicken in die Zukunft. Die deutsche Perspektive ist dabei jedoch die Regression zur Barbarei. Auch ist kommunistische Kritik dazu verpflichtet die Verhältnisse, die die barbarischen Reflexe des Antisemitismus als falsche Projektion für die abstrakte Seite des Kapitals auf die Juden hervorbringen, als Ganzes zu überwinden.

Deutsche TäterInnen sind keine Opfer
Gegen das deutsche Streben nach Normalität
Bomber Harris did the right thing

Egotronic kommen nach K-Town

Es ist soweit. Die langersehnte neue Scheibe von Egotronic ist da. Am 08.11. besucht das Ravertrio aus Berlin mit fetten Beatz die Provinzstadt an der Fulda und bringen ihr neues Album mit. Also auf nach Kassel ins K19. Koksen, Kotzen, Kommunismus!

Naziaufmarsch in Wetzlar

Naziaufmarsch am 11.10. verhindern!
Gegen Nazis, Sexisten und die deutsche Volksfront!

Am 11.10.2008 wollen Nazis aus dem Umfeld der Freien Nationalisten Rhein- Main, unter dem Motto „Es geschieht auch vor deiner Tür- Gegen Kinderschänder!“ durch Wetzlar marschieren. Mitglied dieser Gruppe war unter anderem Kevin Schnippkoweit, welcher eine führende Rolle bei Volksfront-Medien spielte und am Überfall auf das Solid-Sommercamp beteiligt war,wobei er ein 13 Jähriges Mädchen lebensgefährlich verletzte,weshalb er nun in Untersuchungshaft in Kassel sitzt.

Thematik

Nun sind Begrifflichkeiten wie „Kinderschänder“ (impliziert, dass ein vergewaltigtes Kind nun in Schande leben muss) oder „Kindesmissbrauch“ (sagt aus, dass es einen richtigen sexuellen Gebrauch von Kindern gibt) schon alleine zu kritisieren und verdeutlichen, dass es den Nazis doch eher um ihrer Volksgemeinschaft, als um das Wohl irgendeines Kindes geht.
Jedoch verbirgt sich hinter diesem Motto eine Ideologie, die den vermeintlichen Volkschädling, das „asoziale Element“, ausmachen und vernichten will. Neonazis vertreten hierbei wie so oft einen biologistischen und nicht gesellschaftskritischen Ansatz, welcher Pädophilie usw nicht als etwas gesellschaftlich hervorgebrachtes ansieht, sondern es in der Genetik, Rasse o.ä. verankert sieht. Hier liegt auch der Anknüpfungspunkt zur Mehrheitsgesellschaft.
Für uns geht es an diesem Tag jedoch nicht nur darum den Naziaufmarsch zu verhindern, sondern sich auch gegen verkürzte Kritik an Nazis und deren Inhalte zu wenden, wobei diese für die bürgeliche Mitte oftmals ein Alibifunktion hat.

Leipzig und die Volksfront

In der jüngsten Vergangenheit zeigte sich zum Beispiel in Leipzig, wie sich um diese Thematik eine Volksfront konstituierte, die am liebsten in wohlbekannter deutscher Manier mit Mistgabeln bewaffnet alle tatsächlichen oder vermeintlichen Pädophilen auf dem Scheiterhaufen verbrannt hätte. Dort demonstrierten von Nazis über die bürgerliche Mitte bis hin zu Antifas gegen Kinderschänder. Antiemanzipatorische und unreflektierte Auffassungen zu diesem Thema sind somit auch in einer sich progressiv gebenden Linken an der Tagesordnung.
Wir hingegen stellen uns diesem Konsens entgegen, der nicht erkennt, dass diese bürgerlich-kapitalistische Gesellschaft Menschen zu dem macht was sie sind und lieber die Symptome, als deren Ursache bekämpft.

Deshalb geht es für uns an jenem Tag darum den Naziaufmarsch zu verhindern, die deutsche Volksgemeinschaft ideel „anzugreifen“, die kapitalistische Gesamtscheiße zu kritisieren und eine emanzipatorische Perspektive aufzuzeigen!

Wehret den deutschen Zuständen!
Für den Communismus!

[Antifa AKA_nup]

Contact AKA: aka_nup@web.de